Ziel: Beschreibung von 3 Episoden einer Überdosierung von Heparin mit niedrigem Molekulargewicht (LMWH) bei 2 Patienten und Erörterung der klinischen Präsentationen, Ergebnisse und therapeutischen Optionen.

Fallzusammenfassungen: Die erste Patientin, eine 35-jährige Frau, wurde nach einer absichtlichen Überdosis von 72.000 Einheiten Dalteparin vorgestellt. Die maximale gemessene Anti-Xa-Aktivität betrug 6,2 U / ml 7,5 Stunden nach der Injektion. Es wurden keine Eingriffe durchgeführt und es gab keine Blutungskomplikationen. Der Patient präsentierte sich 20 Tage später nach einer weiteren Überdosis von 72.000 Einheiten. Die Anti-Xa-Aktivität betrug 4,5 U/ml 2 Stunden nach der Injektion. Es wurde keine Behandlung gegeben und der Patient wurde mit Plänen für die Nachsorge am nächsten Tag entlassen. Es gab keine Hinweise auf Blutungskomplikationen bei der Nachuntersuchung. Der zweite Patient, ein 29-jähriger Mann, präsentierte sich nach einer absichtlichen Überdosis von 480 mg Enoxaparin. Die Anti-Xa-Aktivität betrug 1,9 U/ml, gemessen 2 Stunden nach der Injektion. Der Patient wurde ohne Intervention beobachtet. Es gab keine Blutungskomplikationen.

Diskussion: Unseres Wissens gibt es in der Literatur nur einen früheren Bericht über eine LMWH-Überdosierung, eine iatrogene Überdosierung bei einem mit Protamin behandelten Säugling. In unseren 3 präsentierten Episoden einer LMWH-Überdosierung wurden keine therapeutischen Interventionen durchgeführt und es traten keine Blutungskomplikationen auf. Die Überprüfung der Literatur zur Wirksamkeit von Protamin und rekombinantem Faktor VIIa zur Umkehrung der LMWH-Koagulopathie ergab, dass Protamin nur teilweise wirksam ist und rekombinanter Faktor VIIa in In-vitro-Studien und Fallberichten wirksam ist.

Schlussfolgerungen: In Fällen einer LMWH-Überdosierung scheint eine Beobachtung ohne klinisch signifikante Blutung angemessen zu sein. Bei Patienten mit Nierenversagen kann eine längere Überwachung erforderlich sein. Die Anwendung von Protamin oder rekombinantem Faktor VIIa wird durch diese Fallserie bei Patienten ohne signifikante Blutung nicht unterstützt. Es fehlen Daten zur Behandlung von Patienten mit signifikanten Blutungen.

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