… durch den wir Gnade und Apostelamt für den Gehorsam gegenüber dem Glauben unter allen Nationen für seinen Namen erhalten haben.

… und durch die prophetischen Schriften ist allen Völkern kundgetan worden nach dem Gebot des ewigen Gottes zum Gehorsam gegenüber dem Glauben.

Der Ausdruck übersetzt für den Gehorsam gegenüber dem Glauben (in der . . NKJV) kommt nur in den beiden soeben zitierten Versen vor. Es ist wichtig, dass wir verstehen, was dieser Ausdruck bedeutet. Sonst könnten wir über das Evangelium verwirrt werden.

Was ist die beste Übersetzung?

Die Übersetzung für Gehorsam gegenüber dem Glauben ist nicht die einzig mögliche Übersetzung des Griechischen (=eis hupakoen pisteos). Tatsächlich haben die meisten führenden Versionen diesen Ausdruck in Rom 1: 5 und 16: 26 unterschiedlich übersetzt. Die KJV liest jeweils, “für den Gehorsam gegenüber dem Glauben” und “für den Gehorsam des Glaubens. Die NASB gibt diese Übersetzungen: “um den Gehorsam des Glaubens herbeizuführen” und “zum Gehorsam des Glaubens führen.” Die NIV hat “zum Gehorsam, der aus dem Glauben kommt” und “damit alle Nationen glauben und ihm gehorchen.” Interessanterweise übersetzt nur die NKJV den Ausdruck an beiden Stellen genau gleich: “für den Gehorsam gegenüber dem Glauben.”

Die NIV-Lesungen sind interpretative Paraphrasen, keine Übersetzungen.

Die Übersetzung des NKJV an beiden Stellen und des KJV in Rom 1: 5 – “für den Gehorsam gegenüber dem Glauben” – versteht das Wort Glaube als “Objekt” des Gehorsams (grammatikalisch als objektiver Genitiv bezeichnet).

Die Wiedergabe des NASB an beiden Stellen und der KJV in Rom 16:26 – “für den Gehorsam des Glaubens” – nimmt das Wort Glaube in Apposition zum Gehorsam (grammatikalisch als Genitiv der Apposition bezeichnet).

Die Wiedergabe “für den Gehorsam des Glaubens” ist wahrscheinlich am besten, weil im griechischen Text dem Wort Glaube der bestimmte Artikel fehlt. Wenn Paulus “für den Gehorsam gegenüber dem Glauben” gemeint hätte (= für den Gehorsam gegenüber dem von den Aposteln überlieferten Leib der Wahrheit oder möglicherweise speziell nur gegenüber dem Evangelium), hätte er höchstwahrscheinlich den bestimmten Artikel vor das Wort Glaube gestellt. Vergleiche Röm 14:1; 1. Kor 16:13; 2. Kor 13:5; Kol 1:23; 1. Tim 5:8. Siehe auch Apostelgeschichte 6:7.

Was ist die beste Interpretation?

Die Ermittlung der besten Übersetzung bestimmt nicht unbedingt die beste Interpretation. Drei verschiedene Interpretationen sind für die Übersetzung möglich, “für den Gehorsam des Glaubens.” Das Retten des Glaubens schließt Verpflichtung ein

Eine Ansicht ist, dass, wenn der Glaube in der Apposition zum Gehorsam ist:

Daher sind die Auswirkungen dieses Ausdrucks ‘Gehorsam des Glaubens’ weitreichend. Denn der Glaube, den das Apostelamt fördern sollte, war kein vergänglicher Akt der Rührung, sondern der Einsatz von ganzem Herzen Hingabe an Christus und an die Wahrheit seines Evangeliums. (John Murray, Römer, Zwei Bände in einem, pp. 13-14)

Diese Ansicht versteht die Grammatik richtig, macht dann aber einen ungerechtfertigten Interpretationssprung. Murray liest seine Theologie in den Text ein und lässt den Text nicht sprechen. Die Grammatik rechtfertigt in keiner Weise die sogenannten Implikationen.

Das Retten des Glaubens führt zu anhaltenden Früchten

John MacArthur sieht das anders. Anstatt den Ausdruck als Definition des rettenden Glaubens zu interpretieren, Er sieht es als Erklärung seiner unvermeidlichen Ergebnisse:

Der Glaube ist von Natur aus auf Gehorsam ausgerichtet (Apostelgeschichte 5: 32; Rom 1 :5; 2:8; 16:26), so sind gute Werke im Leben eines Menschen, der wirklich glaubt, unvermeidlich. (Glaube funktioniert, p. 142)

Diese Ansicht beinhaltet, wie die vorherige, das Lesen der eigenen Theologie in den Text. Die Grammatik unterstützt diesen theologischen Ausflug nicht.

Glaube retten heißt Gehorsam

Kommentar zu unserem Ausdruck in Röm 1:5, Anders Nygren schreibt,

Man empfängt im Glauben das, was Gott uns durch Christus anbietet. Dies ist “der Gehorsam des Glaubens.” (Römer, p. 55)

Hier ist eine faire Behandlung des Textes. Paulus spricht einfach von dem Gehorsam, der Glaube ist.

Es ist biblisch richtig, vom Glauben als einem Akt des Gehorsams zu sprechen. Schließlich gebietet uns Gott, an das Evangelium zu glauben (z. B. Apostelgeschichte 16: 31).

Unterstützung für diese Ansicht wird in vielen Passagen gesehen. Apostelgeschichte 6: 7 sagt, dass “viele der Priester dem Glauben gehorsam waren.” Römer 10:16 und 2 Thess 1:8 sprechen Sie davon, dem Evangelium zu gehorchen oder nicht zu gehorchen. Siehe auch Johannes 3:36; 6:28-29; 1 Petr 1:2, 22; 2:7-8; und Apostelgeschichte 5:32.

Schlussfolgerung

Jesus rief die Menschen auf, an ihn zu glauben. Sooft jemand an Ihn glaubt, gehorcht er Ihm. Der rettende Glaube ist ein Akt des Gehorsams.

Sie sollten sich also nicht von der Idee des Glaubens als Akt des Gehorsams stören lassen.

Der Gehorsam des Glaubens, von dem in Röm 1,5 und 16,26 die Rede ist, bezieht sich nicht darauf, alles zu befolgen, was Gott geboten hat. Niemand außer dem Herrn Jesus hat das getan. Vielmehr bezieht es sich speziell darauf, dem Gebot zu gehorchen, das Evangelium zu glauben. Wenn du das getan hast, hast du den Gehorsam des Glaubens ausgeübt.

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